Value Manager / Wertanalytiker unterstützen Einkauf & Verkauf – Teil 6

Firmen als Lieferanten und Kunden

Wie bereits erwähnt, kann mit Hilfe der Wertanalyse ein verarbeitendes Unternehmen etwa die Hälfte seines Einkaufsvolumens bearbeiten.
Allerdings wird dies nicht in Form von Wertanalysen bei Lieferanten möglich sein. Denn in einer freien Marktwirtschaft und bei normalen Geschäftsbeziehungen wird ein Kunde kaum die Möglichkeit erhalten, bei einem seiner Lieferanten eine Arbeit abzuwickeln, die nach VDI RL 2800 die Bezeichnung Wertanalyse rechtfertigt. Nur in seltenen Ausnahmefällen werden beide Seiten aus eigenem freien Ermessen aufeinander zugehen und eine gemeinsame wertanalytische Vorgehensweise vereinbaren.

Miles schreibt: "Durch Anwendung des Wertanalyse-Gedankengutes in der ganzen Breite eines Unternehmens können unnötige Kosten eingespart werden".

Übertragen auf die betriebliche Praxis heißt das, dass nicht alle, sondern lediglich einige ausgewählte für den betreffenden Fall nützliche Schritte der Wertanalyse vollzogen werden. Dabei wird keine Wertanalyse nach DIN 2800 vorgenommen; es werden lediglich deren Denkweisen angewandt.

Aus diesen Gründen sprechen wir an den Berührungspunkten zu Lieferanten und Kunden je nach Art der Kontakte von - Funktionsanalysen, wenn Lieferungen geklärt werden oder von der - Suche nach kostengünstigen Alternativen, wenn technisches Know-how ausgetauscht wird.
Unter keinen Umständen sollten wir derartige Bemühungen als "Wertanalysen bei Lieferanten" bezeichnen und es sollte auch von uns gegenüber Lieferanten in dieser Richtung kein Präzedenzfall geschaffen werden.