Begrüßung und Vorstellung

Beachten sie, dass Frauen und Männer im beruflichen Umfeld grundsätzlich gleich behandelt werden. Dies gilt insbesondere bei der Begrüßung und beim Handschlag.

 

Gibt es eine Regel? Wer grüßt zuerst?

Zunächst gilt es zu unterscheiden, ob es sich um eine private oder berufliche Begegnung handelt.

Grüßen im privaten Umfeld: Seniorität und Gender

Im privaten Bereich gilt das traditionelle Rollenverständnis bei der Begrüßung und beim Handschlag fort. Selbstverständlich ist es auch eine Frage des Alters und geht die Seniorität vor Gender, wie die folgenden Beispiele zeigen:

1. Beispiel (mit erkennbarem Altersunterschied): Eine junge Frau trifft auf einen älteren Herren, den sie flüchtig kennt. Sie grüßt, sobald sie ihn sieht, natürlich zuerst, "Guten Tag Herr Mustermann". Und wenn sie sich weiter mit ihm unterhalten will, erfolgt eine Überleitung zum Small-Talk indem sie hinzufügt "... schön sie wiederzusehen, wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen...". Fazit: Senioritätsprinzip wahren! Geschlecht ordnet sich unter.

2. Beispiel (ohne großen Altersunterschied): Eine Frau trifft auf einen Herren. Beide kennen sich gut. Wer grüßt zuerst? Sobald zwischen beiden der Blickkontakt hergestellt ist, grüßt der Mann die Frau "Guten Tag Frau Musterfrau" und ihre Erwiderung erfolgt auf seinen Gruß. Fazit: Geschlecht entscheidet, die Frau geht vor!

Insgesamt läßt sich damit folgende Grußregel für den privaten Bereich aufstellen: Der Jüngere grüßt den Älteren bzw. der Mann die Frau. Dabei geht Alter vor Geschlecht, also geht die Seniorität dem Gender vor. Ist der Altersunterschied deutlich erkennbar, dann wird (egel ob Mann oder Frau) immer der Ältere zuerst gegrüßt. Diese Regel gilt aber nur für die verbale Begrüßung "Guten Tag", ggf. auch regionale Grußformen, wie "Grüß Gott", "Moin", "Grüezi" , nicht für den Handschlag (non-verbal).

Zu beachten ist dabei immer, dass Benimmregeln sich stets dem gesellschaftlichen Wandel stellen müssen. Für unsere oben aufgeführten Grußregeln bedeutet dies: Was heute für die Mehrzahl der Menschen in Deutschland richtig und akzeptabel ist, kann für einige Menschen wenig flexibel und vielleicht schon altmodisch klingen.

Fazit: Achten sie darauf, die Regeln zu beherrschen und entscheiden Sie selbst, in welcher Situation und mit welchen Menschen Sie diese anwenden wollen. Im Zweifel sollten Sie immer auf diese Regeln zurück greifen, denn damit liegen sie jedenfalls nie falsch.

Grüßen im Business: Gleichberechtigung und Hierarchie

Im beruflichen Umfeld gilt Gleichberechtigung. Seniorität und Gender dürfen danach keine Rolle spielen. Egal ob Frau oder Mann, warten sie nie auf einen verbalen Gruß, sondern grüßen sie unabhängig von ihrer beruflichen Position. Der Gruß signalisiert ihr Selbstbewusstsein und zeigt, dass sie keine Angst haben auf andere Menschen zuzugehen. Im besten Fall und wenn Zeit dafür ist, ergibt sich ein Small-Talk mit dem Kollegen oder Vorgesetzten.

Regel: Es grüßt die Person, die zuerst sieht oder die zu einer Gruppe anderer Personen stößt (bpsw. einen Raum betritt oder in den Fahrstuhl steigt). Dabei spielt die Hierarchie im Unternehmen keine Rolle (Vorgesetzten-Mitarbeiter-Verhältnis). Sie dürfen also gern ihren Chef grüßen ("Guten Tag Herr/Frau ..."), wenn sie ihm oder ihr begegnen. Aber Achtung: Beim Handschlag gilt diese Regel nicht!

Handschlag

Im Gegensatz zur verbalen Begrüßung (siehe oben), entscheidet beim Handschlag immer der Ranghöhere, ob der Körperkontakt zustande kommt oder nicht. Die Initiative geht niemals vom Rangniederen aus. Das wäre ein schwerer Fauxpas. Folglich gibt der Ranghöhere dem Rangniederen die Hand: Chef dem Mitarbeiter oder Frau dem Mann. Wer das im Einzelfall ist, richtet sich wieder danach, ob es sich um eine private oder berufliche Situation handelt.

handschlag richtig

Handschlag im privaten Bereich

Beim Handschlag gilt die Grußregel nur in umgekehrter Richtung. Wenn also der junge Mensch bei der Begrüßung die Initiative übernimmt und den älteren Menschen verbal grüßt, so entscheidet beim Handschlag der ältere, ob er dem jüngeren bei dieser Gelegenheit auch die Hand geben will oder nicht. Schließlich geht es darum zu entscheiden, ob Körperkontakt erwünscht ist oder nicht. Darüber hinaus geht es auch um die Frage, ob ein Gespräch mit dem jungen Menschen angestrebt wird. Die Initiative geht beim Handschlag vom älteren Menschen aus. Er ist in dieser Situation der Ranghöhere. Ist der Altersunterschied nicht wesentlich, dann gilt die Genderregel und es entscheidet die Frau, wem sie die Hand reicht. In dieser Situation ist sie dann die Ranghöhere. Weiter gilt es zu beachten, dass bei Einladungen der Gastgeber den Gast per Handschlag begrüßt. Ist der Gast eine Frau und der Gastgeber ein Mann, dann sollte der Gastgeber höflicherweise der Frau die Initiative für den Handschlag überlassen.

Handschlag im Business

Im Business ist der Vorgesetzte immer der Ranghöhere, egal ob Mann oder Frau. Das bedeutet, dass weder Seniorität noch Gender hierbei eine Rolle spielen dürfen. Ist der Chef ein Mann, dann entscheidet er, ob er nach einer kurzen Begrüßung seiner Mitarbeiterin die Hand zum Handschlag reicht oder nicht. Ist die Chefin eine Frau, dann entscheidet sie, ob sie dem älteren Mitarbeiter die Hand zum Gruße reicht. Der Altersunterschied ist dabei unbeachtlich.

 Weitere Regeln beim Handschlag

  • immer auf gleicher Augenhöhe
  • Blickkontakt halten
  • freundliches Gesicht
  • auf beiden Füßen stehen
  • bei Personengruppen bis max. 5
  • in Gruppen: Alle per Handschlag begrüßen
  • schließen Sie einen Knopf ihrer Jacke
  • auf einen angemessenen Gesprächsabstand achten

No-Goes beim Handschlag

Was Ihnen auf keinen Fall passieren darf! Hier eine Liste mit Fehlern, die beim Handschlag immer wieder vorkommen und ihren Auftritt in ein negatives Licht rücken können.

  • Handschlag im Sitzen
  • nicht auf Augenhöhe (bspw.: Einer sitzt und der Andere steht)
  • unfreundliche Miene
  • im Vorbeigehen
  • bei Gruppen über 5 Personen
  • in Gruppen: Nur einzelne per Handschlag begrüßen
  • offene Jacke (Kostüm oder Jackett)
  • kein angemessener Gesprächsabstand (zu dicht)

handschlag falsch

Vorstellen

Der rangniedere wird der ranghöheren Person vorgestellt. Sie können sich auch selbst vorstellen indem sie sagen: „Darf ich mich vorstellen, meine Name ist ..., ich bin der neue Mitarbeiter in ... und werde dort vor allem für ... zuständig sein.“