Sprache

Selbstverständlich gehört die Sprache zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen der verschiedenen Kulturen. Jede Sprache verkörpert eine ganz spezifische Sicht der Dinge. Sie werden gegenüber ihrem ausländischen Geschäftspartner besonders dann einen positiven Eindruck hinterlassen, wenn Sie seine Sprache verstehen und sprechen können.

Direkte versus indirekte Kommunikation

Aber Vorsicht: Selbst wenn Sie und ihr Geschäftspartner die gleiche Sprache sprechen, kann es zu schwerwiegenden kulturellen Missverständnissen (den sogenannten critical incidents) kommen. Das liegt daran, dass sich die meisten Völker dieser Welt der indirekten Kommunikation bedienen. Wir Deutschen lieben dagegen die direkte Kommunikation. Die Unterschiede drücken sich in der Wahl der Worte aus. Während der Deutsche ohne Umschweife zum Thema kommt und auch schmerzliche Botschaften unverblümt über die Lippen bringt, gilt der direkte Kommunikationsstil in vielen Ländern als wenig persönlich, abweisend oder agressiv. Ein Chinese würde seinem Gesprächspartner negative Botschaften verschlüssselt mitteilen. Die Wahrheit wird in einen positiven Kontext von Höflichkeiten gestellt, um die Gesprächsharmonie und das Vertrauen zwischen den Gesprächspartnern nicht zu zerstören.

Synchrones Sprechen und Sprecherwechsel

Ein weiteres Beispiel, dass die Wahl der gleichen Sprache nicht vor kulturellen Konflikten schützt, ist die Art des Sprechens und der Sprecherwechsel. So gilt es in Südamerika als Zeichen gesteigerten Interesses, den Gesprächspartner während des Sprechens zu unterbrechen, um eigene Argumente vorzubringen. Während wir Deutsche brav auf eine Gesprächspause und unseren Einsatz warten, wird ein Südeuropäer noch während Sie sprechen auf Ihre Argumente eingehen und diese erwidern wollen. Die Unterbrechung wird dabei nicht als Unhöflichkeit und als störend empfunden. Vielmehr wird ein Südländer ein Gespräch als langweilig empfinden, das nicht durch Unterbrechungen und laufende Sprecherwechsel geprägt ist. Es kommt zu sich überlappenden Gesprächsbeiträgen und selbst synchrones Sprechen wird toleriert, d.h. es sprechen mehrere Personen gleichzeitig (paralleles Sprechen).

Gesprächsstile

Südländer sprechen schneller als Nordländer und schmücken ihre Redebeiträge zudem mit Wörtern ohne zusätzliche Aussagekraft. Diese Redundanzen dienen dazu, das gesagte nochmals zu unterstreichen. Zudem wird man bei Südländern eine eher laute Sprechweise feststellen. Nordländer sind eher Freunde der leiseren Töne. Eine Szene bei der mehrere Menschen gleichzeitig und laut miteinander Sprechen wird von Deutschen als Streitgespräch oder Konflikt interpretiert, während Franzosen und Spanier diese Art der Konversation als normal und lebendig empfinden.

Gesprächsstile

Wenn Sie sich mit Südländern unterhalten, sollten sie darauf achten, dass sie überhaupt zu Wort kommen. Sobald sich eine Gelegenheit ergibt, beispielsweise eine kurze Atempause, ergreifen Sie ihre Chance zum Reden! Anders beim nordischen Gesprächsstil: Die Gesprächspartner warten auf Gesprächspausen, die die Abflolge von Gesprächsbeiträgen regeln. Sie signalisieren, wer an der Reihe ist.